Wandern im Tannheimer Tal

Ein freies Wochenende im August und Bewegungsdrang – da gibt es für uns nichts Besseres als raus in die Natur. Und wenn man dann auch noch Berge dazu gibt, haben wir das perfekte Rezept für ein tolles Wochenende und eine super Möglichkeit unsere Batterien wieder aufzuladen. Für uns hieß es daher, Rucksack packen und ab ins Tannheimer Tal.

Das Tannheimer Tal ist Teil der Allgäuer Alpen und von Stuttgart aus in ca. 2,5 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Für Outdoor-Enthusiasten gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie Wandern, Klettern und Mountainbiken. Eine gute Anlaufstelle für die Tourenplanung bittet Tirol.at, über die Seite haben auch wir die Inspiration für unsere Wandertour gefunden.

Routenwahl

Die Wege im Tannheimer Tal sind gut beschildert

Im Tannheimer Tal gibt es zahlreiche Wanderwege, die von einfachen Genusstouren bis anspruchsvollen Bergtouren für jeden etwas zu bieten haben. Da wir nur ein Wochenende Zeit hatten und nicht viel Planungsaufwand investieren wollten, habe wir uns für einen kleinen Rundwanderweg mit einer Übernachtung auf der Landsberger Hütte entschieden. In den Hütten des DAV kann man als Alpenvereinsmitglied sehr günstig übernachten und vor allem die Atmosphäre ist für mich immer wieder toll. Bei unserer Übernachtung in der Landsberger Hütte hatten wir das Glück, dass abends die Jungs von Blech Royal – Blasmusik klein und fein ihre Instrumente ausgepackt haben. Auch wenn Blasmusik nicht jedermanns Sache ist, so passt das in die urige Hütte einfach hervorragen und wir hatten super viel Spaß.

Vorbereitung

Die Vorbereitung war dieses Mal sehr schnell gemacht, da wir alles Nötige bereits zuhause haben. Nachdem wir uns auf die Route geeinigt hatten, haben wir uns diese Route auch auf der entsprechende Wanderkarte vom Kompass angeschaut: WK04 Tannheimer Tal. Für mich sind Papier-Karten immer noch eine tolle Möglichkeit ein Gefühl für die Tour zu bekommen. Außerdem mag ich es, abends gemeinsam in die Karte zu schauen und den weiteren Weg zu planen. Wenn du nicht zufällig eine Wanderkarte zuhause hast, dann bieten viele Sektionen des DAV auch die Möglichkeit Wanderkarten zu leihen, oder du investierst in eine eigene Karte die unter dem Link oben direkt bestellen kannst.

Die Landsberger Hütte ist unsere Ziel am ersten Tag

Wenn du Apps zur Navigation nutzen möchtest, solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass die Karten in der App auch offline verfügbar sind, da du in den Alpen an vielen Stellen keine Netzabdeckung haben wirst. Ich nutze am liebsten Komoot zur Planung meiner Routen, allerdings finde ich die Navigation nicht so gelungen. Besonders an Abzweigungen ist es für mich am einfachsten, in einer Karte auf Papier nochmal nachzuvollziehen, wo der Weg nun tatsächlich hinführt, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Neben der Route müssen wir uns natürlich noch mit einer kleinen Brotzeit für unterwegs eindecken. Einige Scheiben von unserem glutenfreien Körner-Brot, eine Salami und einige Müsli-Riegel sollen uns als Mittagessen uns Zwischenverpflegung diesen. Außerdem kommt ausreichend Wasser in unsere Rucksäcke um den anstrengenden Aufstieg zu bestreiten.

Direkt vor der Abfahrt checken wir nochmal die Wettervorhersage um noch zusätzliche Kleidungsstücke einzupacken und geben unseren Pflanzen noch etwas Wasser – schließlich sollen die ja auch gut übers Wochenende kommen. Weitere Details zu unserem Gepäck, findest du in meiner Packliste für Hüttenwanderungen.

Die Tour

Der Ausblick auf den Vilsalpsee ist noch durch Wolken getrübt

Da wir relativ spät gestartet sind und erst nachmittags in Tannheim ankommen, können wir leider nicht direkt bis zum Vilsalpsee fahren. Die Zufahrt ist zwischen 10-17 Uhr für private PKW gesperrt, allerdings können wir einen kleinen privaten Parkplatz direkt vor der gesperrten Zufahrtsstraße nutzen. Von hier fährt ein Bus im 30-Minuten-Takt zum See, alternativ gibt es auch einen Wanderweg, der einen in ca. 30 Minuten zum Vilsalpsee bringt.

Direkt am See nutzen wir die Gelegenheit uns vor dem Aufstieg zu stärken. Im Restaurant Vilsaplsee gibt es zünftige Kost zu fairen Preisen, genau das was wir brauchen bevor es losgeht. Um 15 Uhr machen wir uns dann endlich auf den Aufstieg. Vor uns liegen etwa 650 Höhenmeter, 3 Seen und ein schöner Zwischenstopp mit der oberen Traualpe.

Am Anfang steigt der Weg recht steil an und bis zum Traualpsee und wir merken beide recht schnell, dass wir nicht so fit sind, wie wir es uns gerne wünschen würden. Da hilft es sehr, dass direkt am See die obere Traualpe zu einem Zwischenstopp einlädt und herrlichen Cappuccino mit frischer Kuhmilch anbietet.

Die Traualpe ist ein toller Ort für einen Einkehrschwung

Nach dem Einkehrschwung geht es entlang des Sees auf den letzten Anstieg des Tages zu. Bis zur Landsberger Hütte müssen wir noch einmal ca. 150 Höhenmeter nach oben kraxeln und kommen nach ungefähr 3 Stunden an unserem Ziel an. Das Highlight des Tages ist für uns die Tatsache, dass dank des heutigen Regens die Duschen wieder aktiviert wurden und wir unsere durchnässten Knochen wieder aufwärmen können.

Der kleine Kerl lebt gefährlich auf dem Weg

Zum Abendessen gibt es für Fabian ein Gemüse-Gröstl mit Kartoffeln und Spiegelei, komplett glutenfrei – Highlight Nummer 2. Und auch mein Salat mit Spinat- und Kaspressknödel ist super lecker. Obwohl die Stimmung dank „Blech Royal“ auch bis weit über die Hüttenruhe hinaus super ist, fallen wir recht früh und völlig erschöpft ins Lager.

…und weiter geht’s am zweiten Tag

Wir schaffen es tatsächlich bis um halb acht zu schlafen, dann wird das Geraschel und Geräume der anderen Wanderer im Lager doch zu laut und auch wir beschließen unsere Schlafstätte abzubrechen und zum Frühstück zu gehen. Das Frühstück auf der Landsberger Hütte kann sich echt sehen lassen: Müsli, Joghurt, Brot mit Marmeladen, Käse, Salami und Schinken und heißer Kaffee bereiten uns super auf die anstehende Wanderung vor.

Von der Landsberger Hütte aus erreicht man in ca. 20 Minuten den Zustieg zum Klettersteig zur Lachenspitze (2130 m), allerdings ist der Zustieg heute aufgrund des Regens nicht möglich. Wir machen uns auf den Rundweg, der uns nach etwa 12 km und weiteren 400 Höhenmetern zurück zum Vilsalpsee führen wird. Schon nach kurzer Zeit gibt es auf einem Kamm die Möglichkeit gleich zwei Gipfel zu besteigen: die Rote Spitze und die Steinkarspitze. Wir entscheiden uns für den kürzeren Weg auf die Steinkarspitze und genießen am Gipfelkreuz die Aussicht und einen Müsliriegel.

Es ist ein tolles Gefühl, an einem Gipfelkreuz zu stehen

Unser Weg führt uns weiter über Hügel und Wiesen, teilweise auch über felsige Kletterpassagen bis zur Landesgrenze nach Deutschland. Diese erreicht man auf dem Kirchdachsattel und ab jetzt wird es anstrengend. Der Regen hat den Boden hier komplett aufgelöst und wir rutschen durch eine dicke Schlamschicht. Der Ausblick auf den Schrecksee kann und dafür immerhin entschädigen.

Der Schrecksee wirkt wie gemalt

Die Route bleibt noch eine ganze Weile nass, schlammig und rutschig, dass macht es uns etwas schwerer, allerdings hilft und die tolle Aussicht immer wieder über die Anstrengungen hinweg.

Ich habe einen Freund gefunden

Mittagspause

Mit Ausblick auf das Kugelhorn gönnen wir uns eine Mittagspause. Bei Brot und Salami füllen wir unsere Energie-Reserven wieder um uns dann an den Abstieg zu machen.

Über die hintere Schafswann kehren wir nach Österreich zurück. Hier ist auch der Weg wieder wesentlich besser und weniger schlammig. Das erleichtert auch den Abstieg enorm, immerhin müssen wir noch ungefähr 1000 Höhenmeter absteigen.

Ankommen

Erschöpft aber glücklich gönnen wir uns am Vilsalpsee noch einen Cappuccino, bevor wir uns zurück nach Stuttgart machen. Mit den tollen Bildern im Kopf und Muskelkater in den Beinen beschließen wir das Wochenende und freuen uns schon auf den nächsten Ausflug.

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